Wieso denn Jagdhund? Jagdhunde sind doch in allen Geschichten die Bösen. Denk mal nur an Lassie.Ja, es ist nur so gekommen. Was kann ich dafür? Ich war in dem Alter, in dem man alle netten Tiere nach Hause bringen möchte. Vielleicht doch ein bißchen älter. Damals war ich noch nicht verheiratet, aber befreundet war ich mit einem Bursche aus dem Lande (Matti). Unser Verhältnis war so weit gegangen, dass ich die Eltern getroffen habe und den Schweinestall betrachten durfte. Nachmittags sind wir an den Waldrand gegangen und Matti hat leere Dosen mit Jagdgewähr geschossen.
Dann hat Matti sich einen jungen Hund gekauft, einen süßen kleinen Welpen. Dieser sollte einmal ein großer Jagdhund und Mattis bester Freund werden.
Aber die Hundemutter hatte auch vier andere Welpen, die der Besitzer los werden möchte. Das war nun so, dass die Hundemutter eine preisgekrönte Jagdkönigin war und ihre Welpen demnach natürlich sehr teuer waren.
- Nanu, und was habe ich damit zun tun? fragte ich.
- Hättest du nicht Lust, auch einen kleinen Hund zu kaufen? Du warst ja so begeistert von meinem.
- Was soll ich mit einem Jagdhund und Geld habe ich auch keins.
- Der Besitzer würde aber dir den einen Kleinen ganz ohne Geld geben.
- Wie so?
- Ja, die Hundemutter ist doch eine tadellose Jagdkönigin, die nur erstklassige Welpen hat. Aber so traurig wie es ist, ist einer von denen nicht ganz in Ordnung. Der Besitzer will ihn schiessen (Tränen waren auf einmal in Mattis Augen), weil der Kleine anscheinend nie hinter Hasen laufen wird. Wenn die anderen Kleinen miteinander spielen, zieht er sich zurück und legt sich lieber hin.
So ist Jera zu mir gekommen. Matti und ich haben kurz danach getrennt, aber Jera hat sich schon seinen Lieblingsplatz gefunden: Er konnte kaum warten, dass ich morgens aus dem Bett gestiegen bin. Schnell hat er sich in dem noch warmen Bett gekuschelt. Und von großen Abenteuern geträumt.
Später hat es sich herausgestellt, dass er einen Herzfehler hatte. Allerliebste war er. Gegen allen freundlich, nie gebellt, ab und zu den Katzen ihr Futter gestohlen und danach eins auf die Schnauze gekriegt - nicht von mir sondern von den Katzen -, aber alles mit Stolz getragen.
2 comments:
Seija, Du liebe Hunderetterin, das ist eine sehr berührende Geschichte. Sie ist mir ins Herz gedrungen. Aber der Schluß der Geschichte hört sich so an als hätte sie Dich schon verlassen?
Ganz liebe Grüße von
Cornelia
Liebe Cornelia, Jera ist schon seit 20 Jahren an der Regenbogenbrücke, wo die Hunden einmal ihre Menschen treffen werden, wie ich gehört habe.
Ich musste nur an Jera denken, als ich las, dass "Struppi sich den bequemsten Sessel aussuchte. Er gehörte zu den glücklichen Hunden, die überall Platz nehmen durften."
Jera lebte trotz Herzfehler 11 Jahren und hat mir viel Freude und Kameradschaft in der Zeit bereitet, als ich noch nicht meinen Mann kennnengelernt hatte und mich sehr einsam fühlte.
Liebe Grüße
Seija
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